Ein alter Mann sitzt am Tisch. Er schreibt über das Wort „Frucht“. An diesem Tag stirbt er. Der Mann ist Jacob Grimm, und sein Buch ist noch lange nicht fertig.

Zwei Brüder ohne Arbeit
Jacob und Wilhelm Grimm sind Brüder. Viele Menschen kennen ihre Märchen, zum Beispiel Rotkäppchen. Die Brüder sind auch Professoren in Göttingen.
Im Jahr 1837 hat Hannover einen neuen König. Er will die Verfassung nicht mehr, also die wichtigsten Regeln für das Land. 7 Professoren protestieren. Jacob und Wilhelm sind dabei. Die Brüder verlieren ihre Arbeit. Jacob muss sogar das Land verlassen.
Wilhelm hat eine Familie. Die Familie braucht Geld. Da hat ein Verlag aus Leipzig eine Idee: Schreibt ein Wörterbuch! Ein Buch mit allen deutschen Wörtern.
Der Plan: 12 Jahre
Die Brüder sagen Ja. Der Plan ist: 6 oder 7 Bücher, höchstens 12 Jahre Arbeit.
Aber jedes Wort hat eine Geschichte. Die Brüder lesen sehr viele alte Bücher. Jacob schreibt: Die Wörter fallen wie Schnee vom Himmel, Tag für Tag. Ich bin ganz im Schnee.
Das erste Buch kommt im Jahr 1854. Das ist schon nach 16 Jahren, nicht nach 12.
Das Wort „Frucht“
Wilhelm schreibt den Buchstaben D. Er stirbt im Jahr 1859. Jetzt arbeitet Jacob allein. Er schafft A, B, C und E. Dann kommt F.
Am 20. September 1863 stirbt Jacob in Berlin. Er arbeitet gerade am Wort „Frucht“. Etwa 70 Prozent der Wörter fehlen noch.
Fertig nach 123 Jahren
Andere Forscher machen weiter. Später gibt es 2 deutsche Staaten. Aber Forscher in Ost-Berlin und in Göttingen arbeiten zusammen.
Im Jahr 1961 ist das Wörterbuch fertig, nach 123 Jahren. Es hat 32 dicke Bücher und etwa 320.000 Wörter. Die Brüder Grimm sind da schon fast 100 Jahre tot.

Heute kann man den „Grimm“ im Internet lesen, kostenlos. Welches Wort suchen Sie dort zuerst?
