Im August 2025 hat ein junger Mann in Neuzelle etwas versprochen, das hier 209 Jahre lang niemand versprochen hat: Er bleibt Mönch, sein ganzes Leben lang. Er heißt Pater Christoph und ist 24 Jahre alt. Als Teenager hat er vor allem eins gemacht: Er hat am Computer gesessen und Videospiele gespielt.

Ein Kloster ohne Mönche
Neuzelle ist ein kleiner Ort in Brandenburg, nicht weit von Polen. Im Jahr 1268 hat ein Fürst hier ein Kloster gegründet. So wollte er an seine Frau Agnes erinnern, sie war gerade gestorben. Mehr als 500 Jahre lang haben hier Mönche gebetet und gearbeitet.
Im Jahr 1816 hat hier zum letzten Mal ein Mönch das Gelübde für immer abgelegt. Ein Jahr später hat der Staat Preußen das Kloster geschlossen. Die Kirche und die Gebäude sind geblieben, aber die Mönche waren weg.

Die Mönche kommen zurück
Im Jahr 2018 haben Mönche aus dem Kloster Heiligenkreuz in Österreich das Kloster Neuzelle neu gegründet. Aber die alten Gebäude gehören bis heute nicht der Kirche. Deshalb hatten die Mönche lange keinen richtigen Platz. Sie haben im Pfarrhaus und in einer Wohnung gewohnt, einer sogar im Wohnwagen. Jetzt bauen sie in der Nähe ein neues Kloster.
Viel Zeit am Computer
Pater Christoph hieß früher Benedikt Seemann. Er ist 2001 in Schwerin geboren. Seine Familie ist katholisch, aber als Teenager hat Benedikt aufgehört zu beten. Er war viel allein in seinem Zimmer, am Computer: YouTube, Videospiele, alles.
Aber gerade im Internet hat er Videos über die Bibel und den Glauben gefunden. Er hat sie angesehen, und langsam ist der Glaube zurückgekommen. Nach dem Abitur hat er in Dresden Mechatronik studiert. Dann kam Corona, und die Vorlesungen waren nur noch online. In dieser Zeit hat Benedikt das Kloster Neuzelle entdeckt. Das gemeinsame Gebet und das einfache Leben der Mönche haben ihn beeindruckt.
Ein Versprechen für immer
Benedikt ist ins Kloster eingetreten. Etwa 4 Jahre später, am 22. August 2025, kam der große Tag. Er hat das ewige Gelübde abgelegt und heißt jetzt Pater Christoph. Danach hat er gesagt: „Wahrhaftig Großes hat der Herr an mir getan.“
Der Weg beginnt online
Heute studiert Pater Christoph Theologie in Heiligenkreuz. Und die Mönche in Neuzelle sehen etwas Interessantes: Fast alle, die sich für ein Leben im Kloster interessieren, finden es zuerst auf YouTube oder Instagram. Am Computer war Benedikt früher oft allein. Aber dort hat er auch seinen Weg ins Kloster gefunden.
Was meinst du: Kann das Internet Menschen auch zur Stille führen?
