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Mein Weg zum Glauben 3, Eltern

Nach vielen Jahren des herrschenden Atheismus hat sich in sehr vielen Menschen in Russland ein quälender Durst nach etwas Geistigem entwickelt. In den neunziger Jahren ist insofern das ins Rollen gekommen, was ins Rollen kommen musste. Die Union war zusammengebrochen und alles ist erlaubt worden. Predigten verschiedenster spiritueller Gruppen und Glaubensrichtungen sind auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. In Fernsehsendungen wurden zum Beispiel nicht nur Vertreter traditioneller Religionen herzlich willkommen geheißen, sondern auch verschiedene Magier, Beschwörer, Heiler, Okkultisten und Sektengründer. In Buchläden, wo kurz davor gar keine religiösen Bücher lagen, weil die Kommunisten alles gründlich zensierten, konnte man jetzt eine große Menge geistiger und pseudogeistiger Literatur finden. Man hat das natürlich sehr gern gelesen.

Genau in dieser Zeit wurde ich geboren. Ich kann nicht sagen, dass meine Eltern sich dafür besonders interessiert haben, aber einmal haben sie im Fernsehen zwei sehr interessante Personen gesehen. Ihre Gedanken sind meinen Eltern so neu, frisch und anziehend vorgekommen, dass sie beschlossen haben, es einmal zu probieren. Sie haben ein Seminar besucht, das von diesen Personen (einem Ehepaar) geleitet wurde, und so hat ihr persönlicher Weg durch die spirituellen Welten begonnen. Sie haben dann im Laufe der Zeit Dinge erlebt, die in die atheistische Logik gar nicht passen. Einfach als ein kleines Beispiel, kann ich jetzt mal nur eine Tatsache erzählen, die direkt mit mir verbunden ist. Ich war als Kind ziemlich kränklich. Einmal oder sogar ein paar Male, als es drohte, lebensgefährlich zu werden, haben mich meine Eltern mithilfe der Heiltechniken geheilt, die sie bei verschiedenen Lehrern erlernt haben. Das hat tatsächlich funktioniert. Sie haben viele seltsame Erfahrungen gesammelt, das waren keine Zufälle. Seit dieser Zeit ist das Spirituelle für meine Eltern so spürbar und erfahrungsmäßig begründet geworden, dass sie das einfach nicht ignorieren konnten. Ich war mir dessen natürlich gar nicht bewusst. Ich fühlte einfach, dass meine Eltern mich lieben, dass alle mich lieben. Ich war alles in allem ein sehr glückliches Kind. Meinen Großeltern haben meine Eltern fast nichts von diesen Erfahrungen erzählt, weil sie sehr gut wussten, dass jene das weder akzeptieren noch verstehen würden. Mir wurde auch nichts dergleichen gepredigt. Ihre Überzeugung war: Solche Dinge muss man einfach selbst erleben, «ein Blick sagt mehr als tausend Worte». Andererseits haben sie auch kein Geheimnis daraus gemacht, und das hat auch meine Interesse fürs Thema Religion erweckt.

Mein Weg zum Glauben 03. Der Vorleser: Evgeny Eroshev
Автор: Евгений Ерошев

Преподаватель немецкого языка, переводчик, youtube блогер

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