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02. Juni (Donnerstag). Diskussionen.

In letzter Zeit führe ich viele Streitgespräche. Oder vielleicht sollte ich das lieber Diskussionen nennen. Wir streiten nicht, aber diskutieren über die Probleme, die wirklich sehr brisant und persönlich sind, deswegen ist es so schwer, ganz ruhig und mit kühlem Kopf darüber zu sprechen.

Das erste dieser Gespräche habe ich mit einem Protestanten geführt. Es ging um die Frage, ob man einen freien Willen nach dem Sündenfall hat. Darüber hat schon Luther in seinem Werk «Über den geknechteten Willen» ausführlich geschrieben. Er hat in seinem Buch eine traditionell protestantische Sicht auf diese Sache dargelegt, und zu welchen Schlussfolgerungen er kommt, ist leicht aus dem Titel seines Buches nachzuvollziehen. Calvin hat dann Luthers Ideen bis zum logischen Ende geführt und entwickelte daraus die Vorherbestimmungslehre, die (meiner Meinung nach) aus dem christlichen Gott ein Monster macht. Ich versuchte klar zu machen, dass dort, wo Liebe herrscht, auch Freiheit da sein muss. Ohne Freiheit ist Liebe schon keine Liebe, und Gott ist Liebe, und die Menschen sind frei, indem sie diese Liebe entweder ablehnen oder akzeptieren können.

Das zweite Gespräch war mit einem Atheisten. Er hat mein Video über Theologie als Fachgebiet an der Uni gesehen, die ganze Idee diesen «Theologie-Quatsch» an der Uni zu unterrichten, ist ihm durchaus abstoßend erschienen. Ich versuchte, so sanft und liebevoll wie ich konnte, ihm zu erklären, dass das alles nicht so einfach ist, und dass Theologie kein Quatsch ist. Bis zum Ende unseres Dialogs ist er ein bisschen ruhiger, konstruktiver und nachdenklicher geworden. Das ist ein Erfolg, würde ich sagen! OK, jetzt gehe ich schlafen. Morgen unterrichte ich Deutsch und habe noch viele Dinge zu tun, also, bis dann!

Автор: Евгений Ерошев

Преподаватель немецкого языка, переводчик, youtube блогер

02. Juni (Donnerstag). Diskussionen.: 13 комментариев

          1. Wenn’s mit Theologie besser geht, kannst du’s auch gerne mit versuchen, aber ich will natürlich auch nicht nerven.

          2. Entschuldigung, wenn ich Fehler mache. Deutsch ist nicht meine Muttersprache.

            Die Freiheit der Wahl ist eine der Erscheinungsformen des Abbildes Gottes in der menschlichen Natur, es ist eine der «Sachen», die den Menschen zum Menschen machen. Die Freiheit der Wahl ist das, was den Menschen gottähnlich und glückselig macht, wenn er es richtig benutzt. Die ist ein zweischneidiges Schwert, sozusagen, das den Menschen entweder vergöttlicht oder dämonisiert.

            Es gibt aber noch eine Freiheit: die Freiheit vom Bösen = wenn man nur Gutes machen kann, wenn er nur will. Diese Freiheit ist verloren gegangen, man kann sie nur in der sakramentalen Vereinigung mit der verklärten Natur Christi erlangen.

            Ah, sollte ich das schreiben? Für den Ungläubigen ist’s keine Erklärung, ich verstehe.

            Em… auch nicht die beste Idee, aber mir ist eingefallen, einen Text zu empfehlen. Er ist ziemlich alt und schwierig, aber wenn Sie die Sache interessiert, können Sie versuchen dieses und einige der nebenliegenden Kapiteln lesen: https://www.unifr.ch/bkv/kapitel1689-24.htm

            Und vielleicht auch diesen Dokument, Teil 2. «Die Freiheit der Wahl und die Freiheit vom Bösen»: https://dialogundmenschenrecht.wordpress.com/dokumente/orthodox/grundlagen-der-lehre-der-russischen-orthodoxen-kirche-uber-die-wurde-die-freiheit-und-die-menschenrechte/

          3. Danke für die Erläuterung, aber soweit ich überblicke, haben Sie mir jetzt immer noch nicht erklärt, was genau Sie mit freiem Willen eigentlich meinen. Also, jetzt ganz unabhängig davon, was ich inhaltlich von Ihrer Erklärung halte. Ich habe nach wie vor keine Ahnung, was Sie sich unter dem Begriff vorstellen. Gerne schau ich gelegentlich in die verlinkten Texte, aber mich würde viel mehr Ihre eigene Meinung interessieren.

          4. ich persönlich würde sagen, dass man den freien Willen nicht definieren kann. Wie alle anderen einfachen Dingen: Mensch, Vernunft, Liebe und so weiter.

            Noch ein Gedanke. Freiheit (der freie Wille) ist eine der Erscheinungsformen des Abbildes Gottes in der menschlichen Natur. Wenn es keinen Gott gibt, gibt’s keine Freiheit. Wenn man an Gott nicht glaubt, wird er auch an keine Freiheit glauben, weil Freiheit eine der göttlichen Qualitäten ist und nur in Gott ihren Ursprung haben kann.

          5. Freiheit ist aber auch eine Erscheinungsform des Abbildes von Eduard Laser, und weil ich an den glaube, hab ich auch ohne Ihren Gott welche.
            Im Ernst: Besten Dank für das Gespräch! Was man nicht definieren kann, kann man meines Erachtens auch nicht sinnvoll diskutieren, deshalb beenden wir es wohl am besten, meinerseits aber jedenfalls mit den besten Wünschen. Horrido!

          6. Oh, ach so, Pardon. Ich habe den Eindruck, dass der Begriff leer ist, dass ihm also kein sinnvolles Konzept entspricht. Daher auch meine Frage.

          7. Meinerseits auch vielen Dank für das Gespräch und für die Erklärung am Ende! Auf Wiedersehen!

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