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Читаем «Трех товарищей» Ремарка на немецком | #14 конец Дня Рождения, дом Роберта

Читаем и переводим книгу, разбираем интересную лексику и грамматику

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«Три товарища» Ремарка на немецком | #14 конец Дня Рождения, пансион фрау Залевски

Словарь выпуска

die Stimmung — настроение
es stimmt mich romantisch — настраивает на романтику

aufheben — упразднять, отменять
das Urteil wurde aufgehoben — приговор отменили

scheinen — казаться
der Schein — видимость, иллюзия

das Abenteuer — приключение
этимология от adventure — advent

erregen — будоражить, возбуждать
der Brief erregte mich — взбудоражило / возмутило / взволновало меня
ihre Stimme erregte ihn — … возбуждал его
geschlechtliche Erregung — половое…

aufbrechen — отправляться в путь
das Auto wurde aufgebrochen — машину взломали
die Wunde bricht wieder auf — рана вновь открылась

fegen — нестись, устремиться

Schwaden (pl) — (тут) клочья тумана

vor Anker gehen — встать на якорь

eisern — (тут) как железные

plätschern — плескаться
die Kinder plätschern in der Badewanne — дети плескаются…
das Plantschbecken / Planschbecken — легушатник (чтобы плескаться)
das Schwimmbecken — бассейн (для плавания)

öde — пустынный, заброшенный, безлюдный, скучный
das Ödland — пустыня (где нет людей и ничего не растет)

schlafen — schlief — hat geschlafen
erwachen — erwachte — ist erwacht

aufspringen — sprang auf — ist aufgesprungen — вскочить

das Fenster aufreißen — распахнуть окно
(riß auf — hat aufgerissen)

der Kaffee / das Cafe

der Kaffee ist zu dünn — кофе слишком жидкий (не крепкий)

los sein — происходить
was ist hier los?
hier ist immer etwas los

der Friedhof — кладбище

etwas stilllegen — забросить (полностью прекратить деятельность)

auf dem Lande wohnen — жить за гордом

der Rummelplatz = Vergnügungspark — парк развлечений

auf Akk. hinweisen — обратить (чье-л.) внимание на что-л.
ich möchte Sie darauf hinweisen, dass das Rauchen hier verboten ist

die Reklamation — жалоба

Разбираемый отрывок

Es war eine merkwürdige Stimmung. Die Zeit schien aufgehoben zu sein – sie war nicht mehr ein Strom, der aus dem Dunkel kam und ins Dunkel ging –, sie war ein See, in dem sich lautlos das Leben spiegelte. Ich hielt mein Glas in der Hand. Der Rum schimmerte. Ich dachte an den Zettel, den ich morgens in der Werkstatt geschrieben hatte. Ich war etwas traurig gewesen. Ich war es jetzt nicht mehr. Es war alles gleich – solange man lebte. Ich sah Köster an. Ich hörte, wie er mit dem Mädchen sprach; aber ich achtete nicht auf die Worte. Ich spürte den weichen Glanz der ersten Trunkenheit, der das Blut wärmer machte und den ich liebte, weil er über das Ungewisse den Schein des Abenteuers breitete. Draußen sangen Lenz und Binding das Lied vom Argonnerwald. Neben mir sprach das unbekannte Mädchen – es sprach leise und langsam mit dieser dunklen, erregenden, etwas rauhen Stimme. Ich trank mein Glas aus.

Die beiden andern kamen wieder herein. Sie waren nüchterner geworden in der frischen Luft. Wir brachen auf. Ich half dem Mädchen in den Mantel. Es stand dicht vor mir, geschmeidig sich in den Schultern dehnend, den Kopf schräg nach hinten gelegt, den Mund leicht geöffnet, mit einem Lächeln zur Zimmerdecke, das niemand galt. Ich ließ einen Moment den Mantel sinken. Wo hatte ich nur die ganze Zeit meine Augen gehabt? Hatte ich denn geschlafen? Ich verstand plötzlich die Begeisterung von Lenz.

Sie drehte sich fragend halb um. Ich hob rasch den Mantel wieder hoch und schaute zu Binding hinüber, der kirschrot und immer noch etwas glasig neben dem Tisch stand.

»Glauben Sie, daß er fahren kann?« fragte ich.

»Ich denke schon…«

Ich sah sie immer noch an. »Wenn er nicht sicher genug ist, kann einer von uns mitfahren.«

Sie zog ihre Puderdose hervor und klappte sie auf. »Es wird schon gehen«, sagte sie. »Er fährt viel besser, wenn er getrunken hat.«

»Besser und wahrscheinlich unvorsichtiger«, erwiderte ich.

Sie blickte mich über den Rand ihres kleinen Spiegels an.

»Hoffentlich geht es gut«, sagte ich. Es war etwas übertrieben, denn Binding stand ganz leidlich auf den Beinen. Aber ich wollte irgend etwas tun, damit sie nicht so wegging. »Darf ich morgen einmal bei Ihnen anrufen und hören, wie es geworden ist?« fragte ich.

Sie antwortete nicht gleich. »Wir haben mit unserer Trinkerei doch so eine gewisse Verantwortung dafür«, sagte ich weiter. »Besonders ich mit meinem Geburtstagsrum.«

Sie lachte. »Nun gut, wenn Sie wollen. Westen 2796.«

Ich schrieb mir die Nummer draußen gleich auf. Wir sahen zu, wie Binding abfuhr, und tranken noch ein letztes Glas. Dann ließen wir Karl losheulen. Er fegte durch den leichten Märznebel, wir atmeten rasch, die Stadt kam uns entgegen, feurig und schwankend im Dunst, und aus den Schwaden hob sich wie ein erleuchtetes, buntes Schiff Freddys Bar. Wir gingen mit Karl vor Anker. Golden floß der Kognak, der Gin glänzte wie Aquamarin, und der Rum war das Leben selbst. Eisern saßen wir auf den Barstühlen, die Musik plätscherte, das Dasein war hell und stark; es floß mächtig durch unsere Brust, die Trostlosigkeit der öden möblierten Zimmer, die uns erwartete, die Verzweiflung der Existenz war vergessen, die Bartheke war die Kommandobrücke des Lebens, und wir fuhren brausend in die Zukunft hinein. –

2

Der nächste Tag war ein Sonntag. Ich schlief lange und erwachte erst, als die Sonne auf mein Bett schien. Ich sprang rasch auf und riß die Fenster auf. Draußen war es frisch und klar. Ich stellte den Spirituskocher auf die Bank und suchte die Dose mit Kaffee. Meine Wirtin, Frau Zalewski, hatte mir erlaubt, im Zimmer meinen eigenen Kaffee zu kochen. Ihrer war zu dünn. Besonders wenn man abends getrunken hatte.

Ich wohnte schon zwei Jahre in der Pension Zalewski. Die Gegend gefiel mir. Es war immer etwas los, weil das Gewerkschaftshaus, das Café International und das Versammlungslokal der Heilsarmee dicht beisammen waren. Vor dem Hause lag außerdem ein alter Friedhof, der schon seit langem stillgelegt war. Er hatte Bäume wie ein Park, und wenn es nachts ruhig war, konnte man meinen, man wohne auf dem Lande. Aber es wurde erst spät ruhig, denn neben dem Friedhof war ein Rummelplatz mit Karussells und Schiffschaukeln.

Für Frau Zalewski war der Friedhof ein sicheres Geschäft. Sie wies auf die gute Luft und den freien Ausblick hin und konnte dafür höhere Preise nehmen. Ihr ständiges Wort bei Reklamationen war: »Aber meine Herrschaften, bedenken Sie doch – die Lage!«

Автор: Евгений Ерошев

Преподаватель немецкого языка, переводчик, youtube блогер

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