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Читаем «Трех товарищей» Ремарка на немецком | #15 семья Хассе воскресным утром

Читаем и переводим книгу, разбираем интересную лексику и грамматику

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Словарь выпуска

umherwandern — бродить туда-сюда

den Kaffee aufbrühen — заваривать кофе

sprengen — (тут) опрыскивать, поливать

pfeifen — свистеть
die Pfeife — дудочка, свисток

die Drehorgel — шарманка

der Strumpf, die Strümpfe — чулок, (тут) носок

merkwürdig — странный

der Vorname — имя
der Nachname — фамилия
der Name — имя / фамилия (по контексту)

tagsüber — в течение дня

der Krach — ссора

ich musste … gelassen haben — должно быть, я оставил …

hinhorchen — прислушаться

eine Weile — на какое-то время

rasen — ярко выражать сильные эмоции, напр. негодовать, быть вне себя от …, (тут) нападать
er raste wie ein wildes Tier — он рвал и метал как безумец

hocken — сидеть на корточках, торчать (где-л. долгое время)
er hockt immer zu Hause / in der Kneipe — он все время торчит дома / в баре

absacken — (разг.) падать, скатываться

Разбираемый отрывок

Ich zog mich sehr langsam an. Das gab mir das Gefühl von Sonntag. Ich wusch mich, ich wanderte im Zimmer umher, ich las die Zeitung, ich brühte den Kaffee auf, ich stand am Fenster und sah zu, wie die Straße gesprengt wurde, ich hörte die Vögel singen in den hohen Friedhofsbäumen – sie sangen wie kleine, silberne Pfeifen des lieben Gottes zu dem

-28- leisen, süßen Gebrumm der melancholischen Drehorgeln vom Rummelplatz –, ich wählte zwischen meinen paar Hemden und Strümpfen, als hätte ich zwanzigmal soviel, ich leerte pfeifend meine Taschen aus: Kleingeld, Messer, Schlüssel, Zigaretten – und da der Zettel von gestern mit dem Namen des Mädchens und der Telefonnummer.

Patrice Hollmann. Ein merkwürdiger Vorname – Patrice. Ich legte den Zettel auf den Tisch. War das wirklich erst gestern gewesen? Wie weit war das schon wieder weg – fast vergessen im perlgrauen Rausch des Alkohols. – Wunderbar war das beim Trinken – es brachte einen rasch zusammen –, aber zwischen Abend und Morgen schaffte es auch wieder Zwischenräume, als wären es Jahre.

Ich steckte den Zettel unter einen Pack Bücher. Anrufen? Vielleicht – vielleicht auch nicht. Tagsüber sah so etwas immer anders aus als abends. Ich war eigentlich ganz froh, meine Ruhe zu haben. War Lärm genug gewesen in den letzten Jahren. Nur nichts herankommen lassen, sagte Köster. Was man herankommen läßt, will man halten. Und halten kann man nichts –

In diesem Augenblick ging der Sonntagvormittagskrach im Zimmer nebenan los. Ich suchte meinen Hut, den ich gestern abend irgendwo gelassen haben mußte, und horchte eine Weile hin. Es war das Ehepaar Hasse, das da gegeneinander raste. Die beiden wohnten seit fünf Jahren hier in einem kleinen Zimmer. Es waren keine schlechten Leute. Hätten sie eine Dreizimmerwohnung gehabt, mit einer Küche für die Frau, und außerdem noch ein Kind, dann wäre ihre Ehe wahrscheinlich gut geblieben. Aber eine Wohnung kostete Geld, und ein Kind bei diesen unsicheren Zeiten – wer konnte sich das leisten! So hockten sie zu dicht aufeinander, die Frau war hysterisch geworden, und der

Mann hatte ständig Angst, seinen kleinen Posten zu verlieren. Dann war er fertig. Er war fünfundvierzig Jahre alt. Niemand nahm ihn mehr, wenn er einmal arbeitslos wurde. Das war das Elend – früher sackte man langsam ab, und es gab immer noch wieder Möglichkeiten, hochzukommen –, aber heute stand hinter jeder Kündigung sofort der Abgrund der ewigen Arbeitslosigkeit.

Ich versuchte mich leise herauszudrücken, aber es klopfte schon, und Hasse stolperte herein. Er fiel auf einen Stuhl: »Ich ertrage es nicht mehr…«

Автор: Евгений Ерошев

Преподаватель немецкого языка, переводчик, youtube блогер

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